So, endlich ein Bericht aus erster Hand.
Meine Dragon Ball Z Kai DVD Volume 1 kam Freitag an und seit gestern habe ich alle Episoden durch.
Ein paar zusätzliche Fakten (zuzüglich zu denen der ersten „Infowelle“):
- DVD Volume 1 ist Region Code 1 und 4 (leider kein 2, wer also die DVD abspielen will, braucht einen Player der codefree ist, oder spezielle Programme für den PC)
- Als Extras gibt es Trailer (zu Z Kai und anderen Veröffentlichungen von FUNimation), sowie „textless“ Opening und Ending
- Episoden „Titlecards“, Opening und das Ending, sind übrigens (in den Episoden selbst) nur auf Englisch (also editiert / angepasst). Etwas schade, aber da der Rest der Veröffentlichung ziemlich gut ist, kann man damit leben
- Die Veröffentlichung kommt in einem Pappschuber, in dem zwei dünne Silmcases sind (mit je einer DVD), sowie Flyer
Zur Bildqualität. Die ist sehr gut. Nicht überragend, aber gut. Das Remastering der alten Szenen (also dem Großteil) basiert noch auf dem Remastering der Dragon Box. Jedoch wurde hier für HD remastered und die Farben nochmal etwas „modernisiert“ (ich würde einfach sagen, sie sind heller). Die neu gezeichneten Szenen und das ganz neue Material betrifft das nicht. Die sehen von vornherein modern aus. Das bringt aber auch eben den Punkt mit sich, dass es eben nur „gut“ aussieht. Zum Einen ist es erstmal fragwürdig eine Serie aus den 80ern in HD zu mastern, zum Anderen kommt dann natürlich hinzu, dass die DVD eben kein HD-Medium ist. Die Serie also auf DVD zu sehen ist in etwa so, als ob man mit einem alten VW Käfer auf dem Nürburgring rasen darf. Irgendwie bringt’s das nicht. Wer also einen Blu-ray-Player oder eine PS3 hat, soll sich Z Kai auf Blu-ray kaufen (da die FUNis Z Kai Blu-rays ja Code A und B sind).
Der Ton tönt in Japanisch 2.0 oder Englisch in 5.1. Wie schon erwähnt, wurden Opening und Ending für die englische Synchro gecovert. Die Untertitel sind – wie fast immer – von Steve Simmons und geben keinerlei Anlass zu negativer Kritik. Der Mann weiß, wie man Dragon Ball aus dem Japanischen übersetzt.
Ich habe mir sämtliche 13 Folgen auf englisch angeguckt. Zum Einen war es eine Freude, zum Anderen aber auch furchtbar. Wie versprochen ist die Synchro besser. Ja, sogar ein gutes Stück besser als FUNis DBZ. Es gibt ein relativ originalgetreues Dialogbuch, einige Attackennamen (Makankosappo, Kienzan) und Aussprachen (Kaio-ken) wurden korrigiert, bzw. sind jetzt endlich richtig und die benutzen Stimmlagen einiger Rollen sind etwas natürlicher.
Alles in Allem kommt die Synchro dem Geist und Flair des Originals näher. Aber leider eben nicht nah genug, als dass es für ein schönes, reines „gut“ reicht, meiner Meinung nach.
Weiterhin gibt es einige doofe Namensänderungen (Tien, King Kai, Tri-Beam, Nimbus etc.). Manche muss man leider wohl Schlucken, weil FUNi eben ein Copyright auf die Namen hat und man will ja kein Geld verschwendet haben. Aber bitte … wenn man aus „Special Beam Canon“ jetzt „Makankosappo“ macht, dann kann man auch aus „Tri-Beam“ ein „Kikoho“ machen.
Wie oft erwähnt, wurden einige Sprecher ausgetauscht. Darunter waren die Ärgernisse Bulma (Tiffany Volmer → jetzt Monica Rial) und Gohan (Stephanie Nadolny → Colleen Clinkenbeard). Bulma ist definitiv besser, aber mir noch etwas zu generisch und nicht zickig genug. Etwas höher hätte es auch sein dürfen. Aber es ist okay. Gohan ist einfach … wow. Wirklich verdammt gute Arbeit. Von einem „Ärgernis“ zu einem „Highlight“ der Synchro.
Positive Beispiele der guten Regie sind auch Goku (Sean Schemmel), Kuririn (Sonny Strait) und Tenshinhan (John Burgmeier). Zwar verfallen die manchmal mehr oder weniger (Goku mehr, Kuririn weniger, Tenshinhan eigentlich nie) in Stimmlagen zurück, die nicht passen wollen, aber dennoch bleibt es fast stets „hörbar“ und man merkt wie viel Mühe investiert wurde, die Fans (und zwar alle, „Dubbies“ wie „Subbies“) zufriedenzustellen.
Leider muss man weiterhin mit vielen Ärgernissen (ich liebe das Wort) leben, wenn man die Serie auf Englisch schauen will. Chris Sabat spricht weiterhin mindestens vier Charaktere (Piccolo, Gott, Vegeta, Yamcha) und – verdammte hacke – man hört es. Ja, die Stimmlagen sind besser. Bei jeder einzelnen Rolle. Piccolo ist sogar so, dass ich ihn fast ertragen kann. Aber die anderen – sorry – das geht einfach nicht. Ich finde die Stimmlagen unpassend und peinlich. Zum Beispiel Vegeta. Das ist keine Stimme. Man kann keine Rolle spielen, wenn man eine Stimmlage benutzt, die einfach nur imaginäre Schmerzen in der Kehle verursacht. Außerdem hat sie nix mit dem Original zu tun und vom Gesicht kommt sie auch nicht runter. Sabat spielt die Rolle besser, aber die Stimme ist Müll. Anderes Beispiel: Gott. Sabat spricht auf alter Mann. Und zwar verstellt er die Stimme so, wie ein junger Typ (also jemand nicht Altes) einen alten Mann verarschen würde. Klar, in englischen Synchros werden selten „alte Männer“ besetzt und so muss man „imitieren“ (bescheuert, stellt euch das in einer deutschen Synchro einer Prime Time Serie vor), aber bei Sabat klingt es nur noch billig. Es mag irgendwie Sinn ergeben, da er ja Piccolo auch spricht (wenn auch Ma Jr.), aber für mich haut es nicht hin.
Puh, soviel Text nur für Chris Sabat. Dabei kommt er eigentlich immer super sympathisch rüber. 
Noch mehr Ärgernisse (hach, dieses Wort): Oolong, Yajirobe (beide komplettes Gegenteil vom O-Ton), Gyumaoh (Kyle Hebert, klingt einfach behindert, sorry), Muten Roshi (Mike McFarland macht wieder eine „Alte Mann-Imitation“, wenn auch gut gespielt), Nappa (Phil Parsons klingt einfach nicht massig genug, also chargiert er einfach wie bekloppt) und natürlich Kaioh-sama (Sean Schemmel). Letzterer versucht schon einen Tick weniger besoffen und übertrieben zu klingen, aber die Idee dieser Stimmlage ist einfach hirnrissig. Na klar, klein, dick, sieht schrullig aus, der muss halt auch so klingen. Nein, eben nicht. Der Witz ist doch, dass Kaioh weise ist. Na klar klingt er auch witzig (das hört man bei Jouji Yanami doch auch). Aber deswegen eine Stimmlage verwenden, die einfach nur die Ohren bluten lässt?
Tja, was noch? Das war’s eigentlich. Es wurde viel verbessert (manches nur marginal), aber insgesamt reicht es für mich nicht nicht für ein „gut“ (oder „B“). Eher ein „gut -“ mit starkem Drang zu „befriedigend“. Denn dass der Wille und das Können da ist, haben Chris Sabat und Co. Gezeigt. Es wurde sich mehr als Mühe gegeben. Aber leider hat man sich nicht getraut den letzten Schritt zu gehen und sich von der Altlast der DBZ-Synchro zu verabschieden. Ich kann das verstehen, schließlich möchte FUNimation Geld machen und keine „Dub-Fans“ vergraulen (die wohl die große Masse darstellen). Für jemanden, der nur die Serie mit einer guten Synchro, in einer verständlichen Sprache sehen will, ist es trotzdem einfach „schade“.
Zum Abschluss noch ein paar Bilder.
Wenn ihr Fragen, Kritik oder Anregungen habt, IMMER HER DAMIT!


